Laichbiotop rechtzeitig vor der Saison fertiggestellt


NABU-Station und Flächeneigentümer werten Lebensraum für seltene Arten auf.

Nieder Ochtenhausen. In Zusammenarbeit mit Dierk Köppen dem Eigentümer der Projektfläche führte die Ökologische NABU-Station Oste-Region (ÖNSOR) Boden- und Gehölzmaßnahmen in einer ehemaligen Sandgrube bei Nieder Ochtenhausen durch. Die Maßnahmen dienen nicht nur der Förderung gefährdeter Amphibienarten, sondern auch zahlreichen Libellen- sowie seltenen Pflanzenarten. Das Vorhaben wurde von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung und dem Land Niedersachsen im Rahmen des NABU-Projektes „Rotenburger Sandhelden“ gefördert.

Die ehemalige, knapp fünf Hektar große, Sandgrube gilt mit ihren unterschiedlichen Kleingewässern und seiner besonderen Artenvielfalt als ein landesweit wertvoller Lebensraum. „Neben zahlreichen Libellenarten kommen hier eine Reihe von Amphibienarten vor, wie die Erdkröte, der Grasfrosch, der Teichfrosch und der Teichmolch sowie die beiden gefährdeten und europarechtlich geschützten Arten Moorfrosch und Knoblauchkröte“, zählt Julian Mattes, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der ÖNSOR die Amphibienarten auf. Auch botanische Highlights und Raritäten wie der Sumpf-Bärlapp, der rundblättrige Sonnentau oder der Sumpfquendel sind hier zu finden.

„Leider haben sich Weidengebüsche stark ausgebreitet, was zu Beschattung und Laubeintrag führt. Langfristig wirkt sich beides negativ auf viele vorkommende Amphibien-, Libellen- und andere an Wasser gebundene Arten aus“, so der Amphibienfachmann. Um die Eignung als Laich- und Fortpflanzungsbiotop auch zukünftig sicherzustellen, waren daher dringend verschiedene Instandsetzungsmaßnahmen auf dem Grundstück nötig. Um die Lichtverhältnisse im Bereich der
Gewässer zu optimieren und sonnenbeschienene Offenbereiche zu erhalten, wurden beschattende Gehölze an den Gewässerufern entfernt. Durch das Abziehen des humusreichen Oberbodens wurden neue nährstoffarme Rohbodenbereiche für seltene Pioniergesellschaften geschaffen. Gegen die voranschreitende Verlandung wurden die Gewässer teilweise entschlammt und vertieft. Auch Versteckmöglichkeiten in Form von Gehölz- und Stubbenhaufen u.a. für Amphibien, Reptilien und Insekten wurden in den Randbereichen angelegt. „Das sieht im ersten Moment etwas wüst aus“, weiß Julian Mattes. „Dennoch sind solche Maßnahmen unerlässlich, um wertvolle Lebensräume zu erhalten, wiederherzustellen oder zu entwickeln“, erklärt der Leiter des Projektes „Rotenburger Sandhelden“ und bedankt sich bei Dierk Köppen für die gute Zusammenarbeit.

Instandsetzung der AmphibiengewässerInstandsetzung der Amphibiengewässer | Foto: © J. Mattes, ÖNSOR
Wiederhergestellt: Fachgewässer in Nieder OchtenhausenWiederhergestellt: Fachgewässer in Nieder Ochtenhausen | Foto: © J. Mattes, ÖNSOR