Hohes Moor In Zusammenarbeit mit der Ökologischen NABU-Station Oste-Region (ÖNSOR) führt das Naturschutzamt Stade Maßnahmen zum Wasserrückhalt auf einer ökologisch bedeutsamen Moorfläche im Hohen Moor durch. Ziel der Maßnahme ist der Erhalt und die Förderung der typischen, torfbildenden Moorvegetation sowie der mit ihren verbundenen gefährdeten Tierarten. Aufgrund der Baumaßnahmen kann es kurzfristig zu Beeinträchtigungen auf einer Teilstrecke des „Königsmoordammes“ kommen. Die Akteure bedanken sich deshalb vorab bei den Besuchern des Hohen Moores für ihr Verständnis.
„Die so genannte „Blumenthaler Moorfläche“ ist eine der bedeutsamsten Moorflächen im Naturschutzgebiet Hohes Moor“, erklärt Dr. Uwe Andreas, Leiter des Naturschutzamtes in Stade. „Es handelt sich um eine Feuchtheidefläche mit kennzeichnenden Zwergsträuchern wie Glockenheide, Rosmarinheide oder Moosbeere. Sie kann noch am besten den früher typischen Gebietscharakter des Hohen Moores vermitteln“, beschreibt der Naturschutzfachmann die etwa acht Hektar große Projektfläche. „Das Vorkommen spezieller Torfmoose führt lokal zu Torfbildung und hebt damit die große ökologische Bedeutung der Fläche hervor“, ergänzt Dr. Hans-Bert Schikora, wissenschaftlicher Mitarbeiter der ÖNSOR und Spezialist unter anderem für die Ökologie der Moore. Die ÖNSOR unterstützt das Naturschutzamt Stade seit 2016 bei der Vor-Ort-Betreuung von Schutzgebieten im Landkreis Stade, wie beispielsweise im Hohen Moor.
Durch umfangreiche Untersuchungen konnte die ÖNSOR nicht nur seltene und gefährdete Arten wie den Hochmoor-Bläuling nachweisen, sondern auch unerwünschte Wasserabflüsse auf der Blumenthaler Hochfläche identifizieren. Diese sind durch Torfsackungen, Wildwechsel oder auch durch Fahrspuren entstanden. „Die ermittelten Leckagestellen bedingen vor allem im Sommer eine Unterversorgung der nässebedürftigen Moorvegetation mit Wasser. Dies erschwert Torfbildung und damit auch die dauerhafte Festlegung von klimawirksamem Kohlenstoffdioxid“, erklärt Dr. Schikora die Problematik. „Zusätzlich fördert der Wasserverlust das Aufkommen von Gehölzen, was sich über zunehmende Beschattung ebenfalls negativ auf die wertvolle Moorvegetation auswirkt“, so Schikora weiter. Um dem Wasserverlust entgegenzuwirken, soll daher der vorhandene Damm saniert bzw. lokal erhöht werden. „Dazu müssen zunächst die Gehölze im Maßnahmenbereich gerodet werden. Anschließend wird Torf an die entsprechenden Stellen im Wegeseitenraum transportiert. Das ist aufwendig und sieht im ersten Augenblick etwas gewaltig aus“, informiert Dr. Andreas. „Aber manchmal müssen im Naturschutz umfangreiche Maßnahmen durchgeführt werden, um selten gewordene Lebensgemeinschaften mit zahlreichen gefährdeten Arten zu schützen“, so der Landkreis-Mitarbeiter weiter und bittet Besucher um Verständnis.
Hochmoor-Bläuling im Hohen Moor | Foto: © ÖNSOR