Rotenburg (W.). In einem Gemeinschaftsprojekt mit den Landkreisen Rotenburg (Wümme) und Stade, der Sparkasse Rotenburg Osterholz, der Kreissparkasse Stade, der Stiftung der Stadtwerke Rotenburg sowie der Arbeitsgemeinschaft Osteland e.V. plant die Ökologische NABU-Station Oste-Region (ÖNSOR) die Erstellung kurzer Videoclips über seltene Lebensräume und Arten. Die Clips können von Praxen, Firmen und anderen Einrichtungen für ihre Warteräume, sofern Bildschirme vorhanden sind, kostenlos bezogen werden.
„Zum Schutz seltener Arten dürfen manche Lebensräume und Schutzgebiete nicht betreten werden“, erklärt Sarina Pils, Leiterin der ÖNSOR. Das findet die NABU-Mitarbeiterin auch grundsätzlich richtig und wichtig, da durch das Betreten sensible Biotope zerstört oder störungsanfällige Vogelarten im schlimmsten Fall ihre Bruten aufgeben oder gar abwandern könnten. „Auf der anderen Seite führt es aber auch dazu, dass Menschen die Natur immer weniger kennenlernen und dann nicht mehr bereit sind, sich für deren Schutz einzusetzen“, bedauert Pils. Hier setzt das Projekt der ÖNSOR an: Durch kurze Videoclips sollen Lebensräume und Arten der Landkreise Rotenburg und Stade vorgestellt und erlebbar werden, ohne zu stören. „Im Rahmen unserer Schutzgebietsbetreuung und unserer Aufgabenwahrnehmung in den Artenschutzprojekten, sind wir ohnehin vor Ort und müssen für die Aufnahmen sensible Bereiche nicht zusätzlich begehen“ erläutert Ina Wollstadt, wissenschaftliche Mitarbeiterin der ÖNSOR und zuständig für die Durchführung des Projektes. Die Clips sollen nur ein bis drei Minuten lang werden. Es wird Varianten mit und ohne Ton geben. Die Clips seien unter anderem für Warteräume oder Bürgerbusse geeignet, sollen aber auch auf den Webseiten der Projektpartner sowie über die Social-Media-Kanäle veröffentlicht werden. Ein weiterer Baustein des Projektes ist die Einladung zur praktischen Naturschutzarbeit. Hier sind insbesondere Firmen, Behörden sowie Berufs- und weiterführende Schulen im Rahmen von so genannten „Social Days“ angesprochen. „Die ÖNSOR führt seit mehreren Jahren internationale Jugendworkcamps oder Naturschutzeinsätze durch, bei denen ehrenamtliche Helfer*innen tatkräftig mit anpacken können“, so Ina Wollstadt. Der Einsatz von „Manpower“ sei insbesondere auf nassen Moorflächen unerlässlich, da diese mit Maschinen kaum oder gar nicht befahrbar sind. „Die Kombination aus Wissensvermittlung und praktischer Naturschutzarbeit, macht nicht nur Spaß, sondern zeigt sich dabei als besonders effektiv“, ergänzt Sarina Pils. „Das möchten wir gerne ausweiten“ so Pils und hofft auf ein reges Interesse.
Der Natur auf der Spur – Projektleiterin Ina Wollstadt. | Foto: © ÖNSOR/V. Räder
Der Natur auf der Spur – Feuerlibelle. | Foto: © ÖNSOR/ S. Pils