Granstedt
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Grünes Netz Oste – Natur und Umwelt

Moore: Klimaschutz vs. Bewirtschaftung


Die Arbeitsgemeinschaft Osteland bezeichnet sich selbst als Lobby für die Oste. Damit ist sie auch “Lobby für die Natur und Kulturgüter der Region. Zu den Kulturgütern der Region gehören auch die Findorff-Siedlungen mit ihrer Kulturlandschaft in der Region Gnarrenburg. Vermutlich wird es dieses Kulturgut bald nicht mehr geben. Die Bedeutung der Dörfer als Lebens- und Erholungsraum der Menschen wird nicht mehr wahrgenommen. Dafür haben Moore heute eine große Bedeutung zum Klimaschutz. Ja, man könnte glauben, die Bewirtschaftung der Moore ist für den Klimawandel alleine verantwortlich. Zumindest wenn man die Forderungen bestimmter Politiker und NGOs so hört.” (Johann Steffens)

Kehdinger Moor


Johann Steffens, Ortsvorsteher in Klenkendorf (Ortsteil der Gemeinde Gnarrenburg) und seinerzeit engagiert in der Bürgerinitiative zum Erhalt unserer Moore, macht sich in einem Leserbrief Gedanken zur Problematik von Bewirtschaftung und Renaturierung von Moorgebieten.

“Findorff Siedlungen, ein kulturhistorisch bedeutsames Erbe von europäischen Rang, sind raumwirksame Ausdruckformen für die Geschichte der Menschen und von großer Bedeutung. Ein Beispiel dafür, wie stattliches und individuelles Handeln in der Vergangenheit zum Nutzen aller stattgefunden hat und jetzt wieder zur Herausforderung staatlichen und individuellen Handelns wird. Ziel der Moorkultivierung war eine Landwirtschaft auf Moorböden zu ermöglichen um Menschen eine Existenz, den Staat Einnahmen und die Unabhängigkeit von anderen Staaten zu sichern. Das war einmal.
Heute sind die Anforderungen der Gesellschaft an die Landwirtschaft eine andere. Nicht mehr die Existenzsicherung der Menschen oder die Unabhängigkeit von anderen Staaten steht im Mittelpunkt, sondern Natur-, Umwelt- und Klimaschutz, Tierwohl und Artenvielfalt.
Heute würde man keine Moore mehr kultivieren. Im Gegenteil. Man fordert kultivierte Moore wieder zu vernässen. Aber Versuche im Modellprojekt zur klimaschonend Moorbewirtschaftung haben gezeigt, so einfach wie manche glauben ist das nicht. Gräben zu und fertig ist es – reicht nicht. Moore wieder zu vernässen ist aufwendig und teuer. Dazu kommen die Rechte der Eigentümer, die ihre Flächen brauchen um ein Einkommen zu erzielen. Will man die enteignen? Keine Frage, Moore haben eine große Bedeutung beim Klimaschutz. Aber welche Auswirkung haben wiedervernässte Moore auf Dörfer, die kaum eine Möglichkeit zur Eigenentwicklung haben und geeignete Baumöglichkeiten selten sind? Wie verändert sich die Kulturlandschaft wenn sie aus der Bewirtschaftung genommen wird und welche Auswirkung hat das auf die Zukunft der Dörfer? Viele Fragen und wenig Antworten.
Um die Auswirkungen auf die Dörfer mit ihrer Kulturlandschaft möglichst verträglich zu gestalten brauchen wir Alternativen und Konzepte, die eine zusätzliche Wertschöpfungskette eröffnen. Verfahren und Möglichkeiten zur landwirtschaftlichen Nutzung der Moore mit hohem Wasserstand sind derzeit weder praxisreif noch wirtschaftlich.
Praxistaugliche Alternativen wird man nur gemeinsam mit allen Beteiligten finden. Man braucht Vertrauen und muss Eigentümer und Bewirtschafter gleichberechtigt einbeziehen. Mehr als man denkt sind die zu Veränderung bereit wenn das, was man von ihnen erwartet auch bezahlt wird. Auch brauchen die Betriebe im Moor für freiwillige Leistungen langfristige Perspektiven. Es darf keine Vertreibung der Eigentümer und Bauern von der eigenen Scholle stattfinden. Nicht akzeptabel ist es die Betriebe schrittweise mit immer neuen Auflagen aus der Bewirtschaftung zu drängen. Neue wirtschaftliche Grundlagen müssen geschaffen werden, die die Forderungen der Gesellschaft erfüllen. Wird das gelingen? Man braucht gegenseitiges Vertrauen um erfolgreiche Gespräche zuführen. Doch das Vertrauen zwischen Bauern, Politik und Naturschützern ist schlecht. Vertrauen schafft man nicht, wenn man kurz vor einer Wahl die Bedeutung der Landwirtschaft zum Erhalt der Kulturlandschaft erwähnt, aber sonst die Landwirtschaft immer massiv kritisiert hat. Keine guten Voraussetzungen um praxistaugliche Lösungen zu finden. Vielleicht sollte man zunächst die Frage beantworten: Wollen wir die kleinen Dörfer im Moor erhalten? Wenn ja, die Fragen nach Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, beantworten. Vor allem, wie man eine dauerhafte Pflege der Kulturlandschaft sicherstellt, wenn die Bewirtschaftung der Moore wegen Unwirtschaftlichkeit aufgegeben wird. Gelingt das nicht haben der ländliche Raum im Moor und auch der angedachte Naturpark Teufelsmoor keine Zukunft.” (Johann Steffens)


Wildsträucher statt Thuja

In der Facebook-Gruppe des Kantons Aargau findet sich ein interessanter Beitrag über den ökologischen (Un)Wert von reinen Thuja-Hecken. Dieses Themas hat sich auch der MDR in seiner Sendereihe MDR Garten angenommen.

Wildsträucher statt Thuja


Warum die Thuja-Hecken sterben und wie man sie durch etwas besseres ersetzt:
Die Thuja gehört zu den beliebtesten Heckenpflanzen der Schweiz, doch ihre Tage sind gezählt. Der Klimawandel macht ihr zu schaffen, Krankheiten und Fressfeinde suchen die geschwächten Lebensbäume heim. So bieten viele Thuja-Hecken ein trauriges Bild.
So können Sie eine Thuja-Hecke sinnvoll ersetzen:
Die radikale Lösung: die ganze Hecke entfernen und eine Hecke mit verschiedenen Wildsträuchern pflanzen. Sie brauchen weder Dünger noch Bewässerung und lassen sich einfach zurückschneiden.
Die sanfte Lösung: nur die kranken Sträucher entfernen und ersetzen. Das ermöglicht eine langsame Umstellung, funktioniert allerdings nur dann, wenn die Hecke noch relativ jung ist und die Wurzeln nicht zu sehr ineinander verwachsen sind.
Die kreative Lösung: bei alten Thuja-Hecken können Sie nur die Äste entfernen und die Stämme mit Kletterpflanzen bewachsen lassen. Es eignen sich Efeu, Hopfen, Waldgeissblatt, Waldrebe und diverse Wildrosen.
Achtung beim Ersatz: Im Handel wird noch immer der invasive Kirschlorbeer angeboten. Auch weitere Exoten wie Bambus, Glanzmispel oder Portugiesischer Kirschlorbeer sind keine gute Wahl. Einheimische Sträucher sind pflegeleichter und bieten zudem Nahrung für einheimische Vögel und Insekten.
Immergrüne Einheimische gibt es allerdings nur wenige: Eibe, Wachholder und Stechpalme
Viel grösser ist die Auswahl bei den Sommergrünen. Neben dem hohen ökologischen Wert haben sie den Vorteil, dass sie im Winter Licht in den Garten lassen, im Frühling blühen, im Sommer kompletten Sichtschutz bieten und sich im Herbst attraktiv verfärben.
Sommergrüne einheimische Wildsträucher sind: Feldahorn, Kornelkirsche, Weissdorn, Hainbuche, Felsenbirne, Weide, Wolliger und Gewöhnlicher Schneeball, Wildrose, Pfaffenhütchen, Haselnuss und viele mehr auf floretia.ch.
Mehr Infos zu Klimaschutz und Klimaanpassung im Kanton Aargau finden Sie hier: ag.ch/klimawandel,
Jurapark Aargau, Naturama Aargau, Mission B


Schafe und Ziegen_Foto Sarina Pils

Schafe und Ziegen des Hüteschäfers Hehmsoth im Einsatz für den Naturschutz. Foto: ÖNSOR. Sarina Pils

In der PressemitteilungRhader Sand-, Moor- und Heidelandschaft – Schafe und Ziegen im Einsatz für die Jagdgemeinschaft und Gemeinde Rhade” der Ökologischen NABU-Station Oste-Region geht es um das 2019 begonnene Naturschutzprojekt zur Pflege und Entwicklung der Heidebestände durch eine Hütebeweidung mit Schafen und Ziegen.


Zauneidechse

Zauneidechse. Foto: ÖNSOR. Sarina Pils

In einer Pressemitteilung mit dem Titel „Rotenburger SandheldenBingo-Umweltstiftung fördert umfangreiches NABU-Projekt zur Aufwertung von Sandlebensräumen” informiert die Ökologische NABU-Station Oste-Region (ÖNSOR) über die Aktivitäten zum Erhalt der dort inzwischen selten gewordener Arten.


Blühstreifen

Nabu und Landvolk wollen Wegeränder zur Biotopvernetzung nutzen

(www.oste.de) Zum Thema „Straßen- und Wegeränder zur Biotopvernetzung“ hat das Landvolk gemeinsam mit dem NABU Cuxhaven und dem NABU Land Hadeln einen Aufruf an die
Verantwortlichen, die Träger und die Ausführenden der Pflegearbeiten der öffentlichen Wegeränder, initiiert. „Welf Quassowsky als Geschäftsführer des Landvolkes in Otterndorf hatte das Thema stark getrieben, was wir außerordentlich begrüßen,“ erklärt der Nabu-Kreisvorsitzende Martin Behrmann. Hier ein Auszug des Entwurfes:
Trittsteinbiotope und die Vernetzung von Lebensräumen leisten einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz. Auch im Niedersächsischen Weg wird die Vernetzung von Lebensräumen als ein entscheidender Baustein zur Förderung der Artenvielfalt herausgestellt.
Auch viele Landwirte wollen, zusätzlich zu den Regelungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik und seit kurzem auch zum Niedersächsischen Weg, gerne einen freiwilligen Beitrag leisten. Hierzu legen sie beispielsweise zahlreiche Blühstreifen, Blühflächen oder andere Landschaftselemente an und pflegen diese. Auch Straßen- und Wegeränder oder ungenutzte Freiflächen können einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt leisten. Leider werden diese oft mehrmals pro Jahr großflächig gemulcht, wodurch eine artenarme, gräserdominierte Vegetation entsteht. In den letzten Jahren entstand der Eindruck, dass sich die Intensität noch erhöht. Den wenigen Insekten, die das Überleben, fehlt anschließend jede Möglichkeit sich zurückzuziehen. Landkreise, Kommunen und Straßenmeistereien sollten daher darüber nachdenken, ihre bisherigen Pflegepläne umzustellen und die aus Verkehrssicherungspflicht notwendige Mahd auf das dafür absolut notwendige Maß zu beschränken.
Bei der Pflege von Wegrändern gilt der Grundsatz „weniger ist mehr“. Mit einfachen Maßnahmen lässt sich schon viel erreichen.
> Mähen statt mulchen. Mähen ist wesentlich schonender für Insekten und kleine Tiere.
> Wegränder erst ab 15. Juli mähen. Bis dahin haben sich viele Insekten und kleine Tiere vermehrt, Blütenpflanzen und Gräser können sich aussähen.
> Maximal zweimal im Jahr mähen, bzw. Beschränkung auf das aus Sicht der Verkehrssicherungspflicht absolut notwendige Maß. Ideal ist zusätzlich eine zeitlich versetzte wechselseitige oder abschnittsweise Mahd.
> Einzelne Brachen stehen lassen als dauerhaften
Rückzugsraum für Insekten.
> Nicht zu tief mähen. Um bodenlebende Insekten und niedrig wachsende, blühende Kräuter zu schonen, sollte keinesfalls tiefer als mit 10 cm Schnitthöhe gemäht werden.
> Gräben während der Vegetationszeit nicht komplett mulchen. Lediglich an neuralgischen Punkten wie Überfahrten o.ä., an denen sich das Wasser schnell stauen kann.
(Jochen Bölsche)


Schiffsverkehr auf der Elbe

Thema Elbvertiefung


WWF, BUND und NABU haben die folgende Pressemitteilung zur Elbvertiefung herausgegeben:

“Mogelpackung Elbvertiefung: Großer Schaden für die Umwelt – wenig Nutzen für die Wirtschaft
Nur eingeschränkte Freigabe der Fahrrinne / endlose Unterhaltungsbaggerung droht
Die Umweltverbände BUND, NABU und WWF halten die heute erteilte Teil-Freigabe der Elbvertiefung für einen verkappten Verzweiflungsakt, der gesichtswahrend als Erfolg gefeiert wird. Es ist der Hamburg Port Authority (HPA) und der Bundeswasserstraßenverwaltung (GWDS) nicht gelungen, die komplette Fahrrinnentiefe herzustellen. Ursache dafür sind massive Schwierigkeiten insbesondere im Hamburger Hafen, mit dem hohen Sedimenteintrag fertig zu werden.
Verstärkt durch die abgeschlossene Elbvertiefung fällt deutlich mehr Sediment an als von den Planern vorhergesehen. Bereits im ersten Quartal 2021 wurde mehr als die übliche Jahresdurchschnittsmenge bei Neßsand verbracht. Nur der relativ hohe Oberwasserzufluss zwischen Januar und März 2021 hat dafür gesorgt, dass das Problem nicht noch größer geworden ist.
Weil der Ausbau des Flussbetts den Sedimenttransport nachhaltig negativ verändert hat, gehen die Umweltverbände BUND, NABU und WWF davon aus, dass es in Zukunft nicht möglich sein wird, die planfestgestellten Fahrwassertiefen im Hamburger Hafen dauerhaft aufrechtzuerhalten. Die Befürchtungen, dass durch die Vertiefung und den Ausbau der Unter- und Außenelbe sehr viel mehr Sediment die Elbe stromauf transportiert wird als in den Planunterlagen veranschlagt wurde, bestätigen sich jetzt. Dies wird zu einer deutlichen Zunahme der Unterhaltungsbaggerungen und damit zu einem stetig negativen ökologischen Eingriff in das sensible Tideelbe-System führen.
„Es ist skandalös, dass das Flussökosystem der Elbe massiv und dauerhaft geschädigt wird, und dies ohne absehbaren wirtschaftlichen Nutzen. Sicher ist, dass vielmehr die Unterhaltungskosten für die Freihaltung der Fahrrinne und des Hafens, die jetzt schon bei 150 Mio. Euro pro Jahr liegen, noch weiter zunehmen werden“, so die Prognose der Umweltverbände BUND, NABU und WWF. „Zweifelhafter Nutzen, dauerhafte Mehrkosten und der Verlust wertvoller Naturräume sind eine katastrophale Bilanz für das umstrittene Großprojekt. Die Elbvertiefung stellt sich mit Blick auf die absehbare Umschlagsentwicklung des Hamburger Hafens als unverantwortlich heraus.“
Von den zu Beginn der Elbvertiefungsplanung erwarteten 25 Mio. Standardcontainern pro Jahr ist nicht mehr viel übriggeblieben. In 2020 hat der Hamburger Hafen lediglich 8,5 Mio. Container umgeschlagen. Angesichts globaler Verlagerungen von Transportwegen gehen Experten für Hamburg nur noch von einer geringfügigen Steigerung aus. Als Folge der Ausbaumaßnahmen verliert die Elbe viele ökologisch wertvolle Flachwasserzonen durch Verlandung und veränderte Tidewasserstände. Außerdem verstärkt sich der Sauerstoffmangel im Fluss, die Brut vieler gefährdeter Vogelarten wird vernichtet und europaweit geschützte Lebensräume wie der Tideauwald an den Elbufern werden zerstört.
Für Rückfragen der Presse:
Beatrice Claus – WWF Hamburg, 0151 188 54968
Manfred Braasch – BUND Hamburg, 040 600387 11 oder 0172 408 34 01
Malte Siegert – NABU Hamburg, 0173 937 3241”
https://www.bund-hamburg.de/service/presse/detail/news/mogelpackung-elbvertiefung-grosser-schaden-fuer-die-umwelt-wenig-nutzen-fuer-die-wirtschaft/

https://hamburg.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/elbvertiefung/aktuelles.html

https://www.wwf.de/2021/mai/mogelpackung-elbvertiefung-grosser-schaden-fuer-umwelt-wenig-nutzen-fuer-die-wirtschaft


Weniger Fleischkonsum gut fürs Klima

In ihrer Ausgabe vom 8. April 2021 berichtet die Bremervörder Zeitung (BZ) über eine Studie im Auftrag des WWF zu Essgewohnheiten und deren Auswirkungen auf die Erde.
Zum Artikel


Totholz als Lebensraum: Die Benjeshecke

“Eine Benjeshecke ist eine Hecke aus Totholz, die als Zaun, Abtrennung oder Blickfang jedem Garten Charme verleiht und viele Tiere anlockt, die in den Hecken rasten, leben, sich verstecken oder überwintern können.”
Infos zur Benjeshecke, wie man sie anlegt und ggf. begrünt finden Sie auf der Website des NABU Land Hadeln


Schutz von Wiesenvögeln

Bereits am 2. Februar 2021 brachte die Süddeutsche Zeitung – SZ den Beitrag aus dem dpa-Newskanal Land will Wiesenvögel besser schützen: EU fördert Projekt. U.a. soll durch Vernässung von Flächen dafür gesorgt werden, dass Wiesenvögeln wie Kiebitzen, Uferschnepfen und Wachtelkönigen Orte zum Brüten geboten werden..

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Aschhorner Moor